Das Fluglager Nötsch 2026 hat begonnen!
Und das durchaus mit Überraschungen – zumindest für diejenigen, die sich vor ein paar Tagen noch mit den Wettervorhersagen beschäftigt hatten. So wurde am Donnerstag, beim letzten Clubabend vor dem Fliegerurlaub, noch beschlossen, dass die meisten erst im Laufe des Sonntags anreisen würden, da es am Samstag ja „wie aus Kübeln schütten“ würde und für Sonntag auch heftiger Wind vorhergesagt war.
Glück für die, die Den Beschluss gar nicht mitbekommen hatten und schon am Samstag anreisten. Und auch für die Frühaufsteher, die schon am Vormittag am Platz waren. Der Sonntag war nämlich durchaus SUPER fliegbar!
Gut, ich gehöre sicher nicht zur Kohorte der Frühaufsteher, musste außerdem noch packen, dann den neuen Abstellort unserer B4 tatsächlich FINDEN (was nicht so leicht war: alle Wissensträger saßen entweder gerade im Flugzeug oder waren aus anderen Gründen nicht erreichbar). Erst nach letztlich doch erfolgreichem Aufspüren des Fliegers konnte ich mich auf den Weg gegen Westen machen, wo ich erst quasi gerade rechtzeitig zum Abendessen ankam.
Und damit beginnt die EIGENTLICHE Geschichte:
Schnell tauchte wieder die Frage auf, wie wir es nun schaffen könnten, unsere neue Dimona nach Nötsch zu bekommen. Der traditionelle Überstellungspilot, unser Special Agent, der den Motorsegler seit Menschengedenken zu sämtlichen Fluglagern pilotierte und dabei fallweise auch den einen oder anderen Ausrüstungsgegenstand der guten Sache opferte, ist diese Woche nicht verfügbar, und auch sonst konnte niemand der Daheimgebliebenen motiviert werden, den Überstellungsflug zu machen.
Dann kam der Einwurf: „Warum fahren wir die Dimo eigentlich nicht HOLEN?“. Inzwischen gibt es ja die Koralmbahn… Die Idee wurde noch beim Abendessen zum festen Plan weiterentwickelt. Und das war dann – für mich – die nächste große Überraschung des soeben erst angetretenen Fluglagers: vor 30 Minuten angekommen sollte ich mich tags darauf zusammen mit Franz Renz um 08:41 in die S-Bahn nach Villach und von dort in den Railjet nach Graz setzen. Für die Weiterreise zum Hangar West haben wir die Idee der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel schnell verworfen (das hätte länger gedauert als der Weg von Nötsch nach Graz) und fassten ein Taxi ins Auge. Jedenfalls sollten wir noch am frühen Nachmittag wieder in Nötsch sein, da für später Regen und Gewitter vorhergesagt wurden.
Und genau so haben wir es dann auch druchgezogen: Nach nur 1:56 gesamter Reisezeit (inkl. 20 Minuten Umsteigeaufenthalt in Villach) betraten wir um 10:37 Grazer Boden. Die 230 km/h auch im Tunnel entwickeln schon eine sehr spezielle Qualität, die man als österreichischer Ab-und-zu-Bahnfahrer nicht wirklich gewohnt ist. 😉
Zur Veranschaulichung: mit dem Auto ist die Strecke Nötsch Graz unter Einhaltung der StVO nicht in dieser Zeit machbar, und auch für den Vorteilscard-Ticketpreis bekommt man nicht einmal den Treibstoff für diese Fahrt, von den Nebengeräuschen des KFZ-Betriebs gar nicht zu sprechen… Der nahe am Bahnhof gelegene Flugplatz Nötsch ist von Graz aus mit den Öffis jedenfalls fast besser erreichbar als der Hangar West in Graz, wo unsere Dimo normalerweise haust. Deswegen wurde es in Graz ja dann auch ein Taxi, das uns vom Bahnhof zum Flugzeug brachte, das wir gegen 11:00 aus dem Hangar rollten.
Für mich war das ganze Unternehmen zeitgleich auch die Typeneinweisung auf die HK36R, mit der ich vorher noch nie geflogen bin – wir ließen uns also ein bisschen mehr Zeit für den Vorflugcheck und ein Trockentraining zu manchen Eigenheiten und Unterschieden zum Vorgängerflugzeug. Nach Flugplanaufgabe und –genehmigung erfolgte der Start um 12:03. Es folgte ein im Wesentlichen ereignisloser Flug durch thermisch aktive Luft. Ab Feldkirchen tröpfelte es uns zwar etwas an, und weit im Westen waren schon erhebliche Regenschauer erkennbar, Anflug und Landung in Nötsch um 13:08 gestalteten sich aber absolut problemlos.
Allerdings mussten Franz und ich erschüttert feststellen: wir hatten im Zuge der gesamten, gar nicht so unaufregenden Aktion VOLLKOMMEN darauf vergessen, auch nur ein einziges Foto zu machen! 😬 Weshalb das hier ein reiner Textbeitrag bleiben muss…
Das Fazit: Sie fliegt schön, die neue… Sie ist jetzt in Nötsch am Fluglager. Und das Fluglager ist dank Koralmbahn wirklich hervorragend erreichbar! Also: Ihr Kinderlein kommet & flieget!

